Landwirtschaftliche Blätter, 1918 (Jahrgang 46, nr. 40-52)

1918-10-06 / nr. 40

»-,s ,,««.f..sss «««iI"-« » a = Be 21066. % \ > » Bodenfrnhtbarkeit uud ihre Urfahen. Bon Dr. Klutmann. Die Fruchtbarkeit ijt eine jedem Boden eigentümliche Eigenjchaft. Wir können überall und auf jedem Boden Pflanzen ziehen, wenn wir den Boden Iocern, ehe wirdas Saatgut aufbringen. E3 ift aber auch allgemein! bekannt, daß die Pflanzen nicht auf allen Böden gleich gut fortfommen und His. M bringen Sur allgemeinen Sprachgebraucy bezeichnen wir einen”Boden, der immter gute Ernten trägt, als einen „reichen, fetten“ Boden, im Gegenjag zum „armen, mageren“ Boden. Worauf begründet fich nun die Bezeichnung reich und arm, fett und mager, die wir als Wertmesser fürdieBodenfruchtbatkerthaben9 Die Fruchtbarkeit eines Bodens hängt ab von feinem Reichtum und feiner Tätigkeit, die in ihrem Zufammeniwirken den Boden in einen Zuftand bringen, den wir al „Bodengare“ bezeichnen. Unter dem Reichtum eines Bodens verjtehen wir zunächit feine chemische Zufammenjegung, da fich hieraus ‚das mehr oder weniger große Borhandenjein von Pflanzennährjtoffen ergibt. Die Pflanze baut ihren Körper aus einfachen chemifchen Verbindungen auf, die fich, wiewir aus der Möglichkeit, auf ‘ jedem Boden Pflanzen bauen zu können, folgern müfjen, auch in jedem Boden finden. Das verichieden große Ernteergebnis zeigt aber auch an, daß manche Böden nicht ausreichende Nährjtoffmengen enthalten müjjen. Die Forfehung Hat ung gelehrt, Daß es auf fait allen Böden an den drei Nähritoffen „Stieitoff“, „WHhozphor“ und „Kali“, vielen Böden auch an „Kalt“ mangelt. · DieUnterschiedemderchemischensusammensetzungeures BodensbestimmendjeHetkunftoderdreAbstammungund dieEntwicklungsgeschichtedesBodensWardasGestemaus demdnrchVerwitternngderBodenentftandenistfelbstreich andenStoffenwelchediePflanzezuthrerEntwicklunqu nötigtundwurdederBodendurchAuswaschungspäternicht verändert,sohabenwiresmiteinemvouNaturausnährs stojfreichenBodenzutunSolcheBödensinddiemilden, tiefgründigenLethoßKalk-undTonbödeuletztere allerdings nur bedingt. Une Böden find Die Sand- und jteinigen Böden. Als weiterer wertibejtimmender Faktor” fommt die phyfi­­kalijche Beichaffenheit des Bodens in Betracht. Bieje wird durch die Korngröße der einzelnen Bodenkörner beftimmt. m einem Sandboden finden wir Die einzelnen Bodenförner relativ groß, während imTonboden fie am Fleinften find. Welchen Einfluß dieje - Unterjchtedlichkeit in der Korngröße bedingt, lehrt ung die dem Sandboden gegebene Bezeichnung „Ioderer“ Boden im Gegenjaß zu dem „bindigen“ Tonboden. Ein lodererr 2 Boden läßt fich allerdings leichter bearbeiten wie ein bindiger, der an den Geräten Mlebt, aber ein Ioderer Boden Kann auh weniger gut Feuchtigkeit fefthalten. Dadurch wird der Iofe Boden leichter unter Bafjermangel -leiden al der Bindige, nngelehrt in feuchten Jahren weniger unter-Näffe "Da unfere u: Pflanzen eine nicht zu geringe Wofjermenge zum Wachstum bendtigen, andererjeits bei Wafjerüberfluß durch verminderte Wurzeltätigleit leiden, fo wird der Boden in normalen, wie auch nicht normalen Jahren die beten Srüchte bringen, der nach Bedarf einen Überfcehuß von Waller in den Grundwafler-. s« standableitenkann,wieesemloserBodentutimBedarfsi falleaberWasserauchfesthaltenoderaus demVorratedes Grundwassersheraufholeukann,wieeöimTonbodengeschieht.« Ein Gemenge jandigen Bodens mit Tonboden, wie e8 der Lehmboden it, ftellt den in wafjerwirtichaftlicher Beziehung günftigften Boden dar. Nach dem Gehalte des Bodens an Wafjer richtet jic auch die Fähigkeit, fich rafcher oder Iangjamer abzufühlen oder zu erwärmen. Das Wafjerpaßt fich wechjelnden Tem­­peraturunterjchieden nırr langjam an, ein wafjerhaltiger Boden wird fich daher im Frühjahre nur langjam erwärmen, dann über Sommer auj mittlerer Jahrestemperatir fich halten, während den wajjerarmen, Iofen Boden die erjten Frühlings­­fonnenftrahlen rajch erwärmen, zumal die wärmere Außentnft auch leichter in-den offenen, Iofen Boden eindringen Kain, ebenfofchnell wird er aber auch mit fintender Außentemperatur wieder erfalten. Auf jolhen Böden bringt Daher der, an fich erwünfchte, Vorteil des rajcheren Erwärmens im Frübjahre den Nachteil der Gefahr größerer Schädlichkeit duch Nacıt­­fröfte. Der Lehmboden als ein Mittelding zwiichen Sund­­ | und Tonboden ftellt fich auch Hier am günftigiten. Aus dem Verhalten des Bodens zum Waller ergibt jich auch jein Verhalten zu anderen dem Boden einverleibten Stoffen, wie Dünger und Saatgut, aber auch fein Verhältnis zur Außenluft regelt fich durch die gleichen Fakioren, die den Wafjergehalt im Boden regeln Die Luft benötigt nicht nur der grüne, oberirdiiche Pflanzenteil genau fo gut wie da Tier zum Atmen, jondern auch die Pflanzenwurzel, jowie das im Boden ich findende Leben. Leben im Boden? wird da | TEE EEG EEE DEE EEZL TEE TTS TEE? Siebenbürgen. ".--­­MB. Organ des SiebenBürgifd- -fäßffden Sandmwirtfchaftsvereines und des Verbandes der Haiffeifenfden Benonenidaften a. 9 @. $ Hermannftabt. 6. Oftober 1918. gets Bläkier sufgelnen jeher Sorning 1 Bogen Auzl, | Beanaonreis für NRictmitgliever ganzjährig 1® K, | Yymeigenhreis: %/, ©. (480 ]-cm) 250 K, 1. ®. (240 D-om) balbjährig & K. Mitglieder, KAuffäpe umb ambere Beiträge für bie „Banbwirtidgaftliden | bes WBereines ge das Bereindorgan unentgeltlich, und Blätter” die Okerusrmultung anbwirt- | wird basjelbe ulativ an bie Ortövereine gejenbet, bie RR P BR die Berteilung zu beforgen haben. — Bezugsgelber find an die Oberberwaltung de3 Gichenb. » jähfifgen ag Anzeigen und bie Besügren bafilt überninnet‘der Berleger - wirtfegaftöwereined zu jenden. 8. Kraiftin Hermanuftadt und alle Unzeigengefchäfte. BE Hahdrud nur nad worder eingeolter Gensdmigung und ai voller Auellenangade asfiniisl, m Iußolt: Bodenfrugtbarkeit und ihre Urfadhen. — Imkerarbeit. — Ein neues Wunbheilmittel.— Mitteilungen. — Unterhaltenbes ımd Beichrendes Etwas für Hera und Gemüt: Gräber im Exnteader. (Betrachtung) — Aus dem Leben für ba3 Leben: Erlebnifje eines jähfiihen Pfarrers in rumänifcer Bivilgefangenicaft. ER Aus Großfheuern. Sahjenklage. — Am Familientifh: Kriegsallerlei. — Unfer Rehtöfreund. — ‚Bodenihau. — Anzeigen. Rr. 40, Nhaftövereines in Hermannfiabt zu jenden. Hanbiriften werben wit zurüdgeielit. XLVI. Yahegang, Bat. je awei er 137 K 50h, 1, ©. (120 [-em) 75. K, y, &.. (60 Cl-em) #1 K, Yıs ©. (80 D-om) 22 K 50h, 44 ©. (15 rem) 12 K.50h. A Band haft idhe ß ütter Biblioteca Judeteana ASTRA ) MAIN NULNLL UNION *21066P*

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